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Lesezeit: 7 Minuten

Endlich stressfrei den nächsten Urlaub planen

Die Kraft der zwei Gehirnhälften und die Mind-Maps

Deine Gedanken kreisen um ein Thema? Du findest keine Struktur, keinen Anfang und kein Ende?

Du musst bei einem Meeting einen komplexen Sachverhalt protokollieren? Das Meeting ist aber wenig strukturiert, sondern eher chaotisch?

Die Planung des nächsten Familienurlaubs führt mal wieder zu Streit und Chaos?

In solchen Situationen habe ich mich oft gefragt, wie ich das nur schaffen kann. Bis ich die Methode der Mind-Maps kennen gelernt habe.

Was sind Mind-Maps

Hiermit lassen sich in Form einer „Gedankenkarte“ alle Informationen strukturiert aufschreiben, auch wenn sie durcheinander gesammelt werden.

Unter dem Begriff Mind-Map wurde diese Methode von Tony Buzan eingeführt. Sein erstes Buch zu dem Thema erschien 1993 und trug den Titel „The Mind Map Book“. Die deutsche Übersetzung erschien dann 1996.

Wo kann dir eine Mind-Map helfen?

Das kennst du sicherlich: der nächste Urlaub steht vor der Tür. Jeder in der Familie hat eine andere Vorstellung davon, wie er aussehen soll. Es wird endlos diskutiert, geplant, wieder verworfen. Irgendwann weiß niemand mehr, wer was vorgeschlagen hat. Keiner kann sich mehr an alle Ideen erinnern, die mal genannt wurden. Dann entscheidet einer über das Ziel, und andere sind unzufrieden, weil ihre Bedürfnisse nicht berücksichtigt wurden. Hier kann eine Mind-Map helfen. Bevor wir uns das an einem Beispiel ansehen, hier kurz ein paar Grundlegende Informationen, um die Idee hinter der Methode zu verstehen.

Grundlagen der Methode

Mind-Maps sind im Grunde eine Vielzahl von einzelnen Baumdiagrammen. Ausgehend von einem zentralen Knotenpunkt, dem Hauptthema, gibt es einzelne Unterknoten (Unterthemen des Hauptthemas), von denen wiederum weitere Unterpunkte abzweigen können.

Der große Vorteil dieser Methode gegenüber einfacher Stichwortsammlungen ist die Visualisierung des gesamten Themas. Dabei werden die linke und rechte Gehirnhälfte genutzt. Viele unserer Methoden nutzen nur eine Gehirnhälfte – die linke. Diese ist für Logik, Ratio Regel, und lineares Denken zuständig.

Die rechte Gehirnhälfte ist für Kreativität, Körpersprache, Intuition und nichtlineares Denken zuständig.

Mit den Mind-Maps nutzt du beide Hälften des Gehirns. Das gibt dir einen Kreativitäts-Boost.

Der nächste Urlaub

Aber jetzt zurück zu unserer Urlaubsplanung. Dabei setzt du beim nächsten Mal einfach eine Mind-Map ein. Sind Kinder bei der Planung mit dabei, eignet sich ein großes Blatt Papier hier am besten.

Ein erster Schritt für die nächste Urlaubsplanung beginnt mit einem Hauptthema und einigen Unterthemen:

Mit Hilfe der Mind-Map kannst du schnell und einfach alle Stichworte aufschreiben, die euch einfallen. Der mittlere Knoten ist das Hauptthema, also der nächste Urlaub. Darum herum ordnest Du dann die Unterthemen, z.B. Ziele, Unterkünfte, geplante Aktivitäten usw., als Knoten an. Schreibe sie einfach so auf, wie sie euch einfallen. Eine Reihenfolge ist bei dieser Methode erst einmal nicht wichtig.

Fällt euch dabei gleich ein einzelnes Stichwort ein, schreibst du es zu dem passenden Knoten mit dem Unterthema. Damit kannst du deinen Gedanken freien Lauf lassen.

Die Planung eurer nächsten Urlaubsreise könnte dann zum Beispiel so aussehen:

Danach wird dann die Mind-Map noch mit Grafiken verschönert. Das macht besonders Kindern Spaß. Aber auch für Erwachsene ist das hilfreich, da wieder beide Gehirnhälften stimuliert werden.

Es gibt Unterknoten, an denen eine Entscheidung getroffen werden muss. Die Art der Unterkunft ist so ein Knoten. An jede Unterkunftsform schreibst du jetzt die Argumente dafür und dagegen.

Auch für die möglichen Urlaubsziele kann man solche Argumente auflisten:

Mit der Zeit füllt sich die Mind-Map immer weiter mit Ideen, Pro‘s und Contra’s.

So fällt es leichter, eine Entscheidung zu treffen.

Wenn erst einmal ein Ziel und eine Unterkunftsform feststehen, dann nutze doch eine neue Mind-Map, um alle Informationen für den geplanten Urlaub zu erfassen: Flugdaten oder Zugverbindungen, Hotelanschrift, Adressen von Aktivitäten, Eintrittspreise, Öffnungszeiten usw.

Damit kann der nächste Urlaub kommen, oder?

Es gibt natürlich auch Anwendungsfälle, die eher im Businessumfeld zu finden sind.

Prüfungsvorbereitungen, Projektplanungen, Vorträge und Referate sind nur ein paar Beispiele.

Prüfungsvorbereitung

Studien haben bewiesen, dass Mind-Maps dir dabei helfen können, den Lernstoff besser zu erfassen und zu behalten. Durch den Einsatz beider Hirnhälften fällt es dir wesentlich leichter, das Gelernte wieder abzurufen. Das System der Mind-Maps erlaubt es dir, Informationen, wann immer sie auftauchen, strukturiert zu erfassen. Das ist besser und effektiver als jede Zettelsammlung.

Entscheidungen treffen

Mit Hilfe von Mind-Maps kannst du alle Informationen übersichtlich aufschreiben. Notiere alles, was dir zum Thema einfällt. Später kannst du dann die Argumente sortieren, und bewerten. Da du das ja schon mit dem nächsten Urlaub geübt hast, kannst du dein neues Wissen jetzt gleich im Job anwenden, und die Kollegen beeindrucken.

Dein Leben als Mind-Map

Hast du dir schon einmal Gedanken über dein Leben gemacht?  Darüber, was du in den einzelnen Bereichen erreicht hast? Was du noch erreichen willst? Was dich stört?

Versuche doch einmal, daraus eine Mind-Map zu machen. Füge Bereiche wie Job, Hobbies, Familie, Studium usw. hinzu, und ergänze die Punkte mit weiteren Stichworten. Daraus kannst du dann z.B. einen Handlungsplan für deine weitere Entwicklung erarbeiten.

Wie du siehst, kannst du alle Bereiche mit einer Mind-Map erfassen und strukturieren. Probiere es einfach mal aus.

So entsteht eine Mind-Map

In den Beispielen hast du die Grundlagen schon kennen gelernt. Daher fasse ich die wichtigsten Schritte nur noch einmal als Stichworte zusammen.

  • Beginne mit dem Thema als Hauptknoten
  • Ordne die Unterthemen als Knoten um diesen Hauptknoten herum an
  • Schreibe die Stichworte zu den passenden Unterknoten
  • Verbinde mit zusätzlichen Linien Punkte, die in einer Beziehung zu einander stehen
  • Setze Farbe, Pfeile, Kreise, Grafiken usw. ein, um die Mind-Map noch „gehirngerechter“ zu gestalten
  • Erstelle aus der Mind-Map eine ToDo-Liste, eine Gliederung

Mind-Map: digital vs. analog

Die spannende Frage ist jetzt: welche Methode bevorzuge ich? Ein Tool am PC oder Smartphone, oder ein großes Blatt Papier und bunte Stifte?

Die Antwort ist einfach: keine von beiden. Warum?

Jede Methode hat ihre Vor- und Nachteile.

Bei der analogen Methode mit Blatt oder Whiteboard bist du oft schneller beim Aufschreiben von Stichworten, neuen Knoten usw. Farbwechsel sind einfach, und du kannst schnell mal eine Verbindungslinie ziehen.

Ein Blatt Papier und Stifte lassen sich schnell auftreiben, auch wenn dein PC nicht greifbar ist.

Am Whiteboard kannst du auch ohne Beamer in der ganzen Gruppe eine Mind-Map erarbeiten.

Um solch eine Mind-Map zu „konservieren“, musst du sie abfotografieren.

Bei der digitalen Methode sieht eine Mind-Map immer „ordentlicher“ aus, das kann langweiliger wirken, und die Kreativität bremsen. Dafür kannst Du sehr einfach einzelne Unterknoten verschieben, neue einfügen, oder einen Knoten löschen. Du kannst sogar einen Unterknoten zu einem neuen Hauptknoten machen, wenn dieser sonst zu komplex wird. Die fertige Mind-Map kannst du sofort abspeichern, als PDF exportieren, und an alle Meeting Teilnehmer per Mail versenden.

Je nach Tool kannst du aus einer fertigen Mind-Map eine Gliederung erstellen, die du z.B. nach Word exportierst.

Als Vorarbeit für eine Dokumentation oder ein Buch eine geniale Sache.

Welche Methode setze ich wann ein?

Wenn ich spontan eine Mindmap brauche, und diese mit mehreren Leuten entwickele, nutze ich oft Whiteboard und Stifte.

Habe ich im Meeting genug Zeit zum Tippen und Klicken, oder erstelle ich die Mind-Map allein, dann arbeite ich digital.

Wie das funktioniert, und welches Tool ich verwende, zeige ich dir in Teil 2.

Was sind deine Erfahrungen mit Mind-Maps? Schreibe mir einen Kommentar dazu.

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Gemeinsam unterwegs zu Deinem nächsten Ziel

Dein Carsten

Einige der Icons in der Beispiel Mind-Map stammen von dieser Seite: https://icon-icons.com/de/

2 Kommentare
  1. Diana sagte:

    Genialer Beitrag. Sehr schön verständlich beschrieben. Interessant fand ich die Nutzung der beiden Gehirnhälften dadurch. Ich bin eher so ein Zettel- und Stichpunktfreak. Habe viel dazu gelernt und werde versuchen es meinen Kindern weiter zu geben, damit sie es in der Schule leichter haben. Carsten, 1000 Dank.

    Antworten
  2. Viktor sagte:

    Ich habe den Bericht „mal schnell“ durchgelesen und habe sofort Feuer gefangen.
    Zwar kannte ich den Begriff „Mind-Map“ bisher, allerdings hatte ich keine klare Vorstellung dazu. Die beschriebene Ausgangssituation kenne ich nur allzu gut und finde die von Dir beschriebene Ausführung sehr verständlich. Der Artikel lädt ein auf „mehr“ und ich will mal die Gelegenheit suchen und das hier Gelesene ausprobieren.
    Vielen Dank!

    Antworten

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